Miese Tage – Wer kennt sie nicht?

Wer gibt schon gerne zu, dass man einen miesen Tag hinter sich hat? Eine miese Woche? Ja, vielleicht sogar ein mieses Jahr? Nein, stattdessen geht es uns gut. Egal wer fragt, alles ist gut, alles paletti. In sozialen Netzwerken werden Fotos vom letzten, absolut glamourösen Urlaubstrip gepostet. Die unschönen Momente, als man nach schlechten Meeresfrüchten grasgrün über der Kloschüssel hing, tauchen nirgends auf. Das Essen, das diese Misere ausgelöst hat, wird hingegen toll inszeniert vor einem wunderschönen Sonnenuntergang auf Facebook, Instagram und Co. gepostet.

Niemand gibt gerne zu, dass es gerade nicht so gut läuft, wie es den Anschein macht. Aber warum eigentlich? Denn seien wir mal ehrlich: Es ist eben nicht alles immer voller Glücksgefühle, Glitzerstaub und Sonnenschein. Manchmal spielt einem das Leben einfach unfair mit. Und das kann man doch auch ehrlich zugeben? Genau für solche miesen Tage hat Eveline Helmink ein Handbuch verfasst, um zu helfen, nicht nur konstruktiv mit solchen schlechten Phasen umzugehen, sondern auch offen dazu zu stehen. „Ohne Ab kein Auf: Wie uns die unglamourösen Tage weiterbringen“, untertitelt Helmink ihren Ratgeber.

Was man an einem Tag machen kann, an dem alles schiefgeht, an dem sich wohl die ganze Welt gegen einen verschworen hat, das erklärt die Autorin in kurzen, übersichtlichen Kapiteln, immer wieder unterbrochen mit farbig gestalteten Bildern und kurzen, aber wirkungsvollen Motivationssprüchen und Zitaten. Tage, die einem das Leben so richtig schwer machen, sind am Ende nämlich nichts anderes als eine Lehre für die Zukunft, um sich daran zu erinnern, dass nach jedem Regen auch wieder die Sonne scheint und das Leben eben oft anders kommt, als man denkt.

Eveline Helmink will keine Tipps geben, die man von „Glücksratgebern“ erwartet. Nach einem miesen Tag ins Fitnessstudio oder eine Runde meditieren? Das mag dem ein oder anderen helfen, ist aber wohl kaum die Lösung für jedermann. „An miesen Tagen bin ich schon höchst zufrieden, wenn ich mir vor dem Abend die Haare gewaschen habe und noch ein halbes Brot im Gefrierfach liegt“, gibt die Autorin zu. Um solche Tage zu überstehen, braucht es vielmehr die richtige Einstellung, den richtigen Blickwinkel, um zu erkennen, dass man eben nicht jeden Tag glücklich sein muss, denn „in Wahrheit ist Glück dynamisch, fließend und frei“.

Das „Handbuch für miese Tage“ ist Eveline Helminks erstes Buch. Die Autorin ist Chefredakteurin der niederländischen Ausgabe des Mindstyle-Magazins „Happinez“. Mit ihrem Ratgeber möchte sie die Leser dazu ermutigen, nicht die beste Version von sich selbst zu entwickeln, sondern die ehrlichste und authentischste.

Das 256-seitige „Handbuch für miese Tage“ ist im Irisiana-Verlag erschienen und ist für 22 Euro im Buchhandel erhältlich.

Text: Marina Liefke
Bild: Dingolfinger Anzeiger, 17. August 2020

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